Ende der 1890er, Kuba.

Noch hält Spanien als Kolonialmacht seine Herrschaft über Kuba, im- und exportiert Sklaven aus Afrika, Minenarbeiter und Farmer aus der spanischen Heimat und macht auch sonst all die Dinge, die einen Besatzer nicht unbedingt zu einem gern gesehen Gast machen.

Da Meckern allgemein betrachtet äußerst ungern von den Besetzern gesehen wurde, war die leidende Bevölkerung gezwungen, sich über Tanz und Musik auszudrücken und von Ihrem Leid, ihren Träumen und Sehnsüchten zu berichten. So entstand, aus den importierten Klängen und Rhythmen Afrikas und Spaniens sowie der ursprünglichen kubanischen Musik der vielleicht wichtigste Rhythmus der Weltgeschichte: der Son Cubano.

 


Buena Vista Social Club – „Chan Chan“
 

Im Laufe der Zeit entwickelten sich Musik und Tanz weiter, wurden vielfältiger und bunter und wuchsen dank des regen kulturellen Austausches mit dem amerikanischen Festland immer weiter. Neue Musikrichtungen, wie der Cha-cha-chá, der Bolero und die (europäische) Rumba (eigentlich Bolero Son) entstanden.

1962 beendete jedoch das Wirtschaftsembargo der USA den Austausch mit dem kleinen Karibikstaat.

In den folgenden Jahren entwickelte sich die kubanische Musik auf Kuba und in den USA voneinander unabhängig weiter. In den USA entstand die Jazz-lastige Salsa in ihren vielfältigen Formen (New York Style, Mambo Tipico, LA Style, etc.), während die Kubaner „ihren“ ursprünglichen Wurzeln lange Zeit treu blieben (Salsa Casino, Son Cubano).

Über die Entwicklung des Namen „Salsa“ gibt es verschiedene Geschichten. Fest steht jedoch, dass der Name zuerst in den USA populär wurde – und von vielen Kubanern seiner Zeit abgelehnt wurde. Für sie war das, was man in den USA spielte, nichts anderes als „ihr“ Son. Um sich von den kommerziellen Zielen abzusetzen, die mit dem Namen „Salsa“, der sich im Rest der Welt schnell durchsetzte, verbunden waren, nannten und nennen viele kubanische Musiker ihre Musik weiter Son – oder, um moderner zu wirken, Timba.

Seit einigen Jahren gewinnt die dynamische Salsa Cubana auch in Europa eine immer größer werdende Fangemeinde. Kein Wunder, denn der rundgetanzte, energiebeladene Salsa-Stil vermittelt mit seinen charakteristischen Wickelfiguren, dem dominanten Führungsbild des Mannes und den Einflüssen moderner Hiphop-Elemente vor allem eins: pure Power.

Ließ der Mann seiner Tanzpartnerin in der ursprünglichen Salsa Cubana so gut wie keinen Freiraum die Musik auf ihrer Art zu interpretieren, sorgen die meisten Tänzer heutzutage dafür, dass ein gleichberechtigtes Tanzbild entsteht. Ein Spiel zwischen Mann und Frau. Kommunikation, Leidenschaft, Spaß und gute Laune.